Arbeitsgemeinschaft-Ägypten der Gesamtschule Ruhrort

 

Solidarisch für die Eine Welt: Arbeitsgemeinschaft Ägypten

Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 (Ratsbeschluss der Stadt Duisburg aufgrund der UN-Konferenz Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992) sind neben nationalen und regionalen Institutionen die Bürger der einzelnen Städte und Kommunen aufgefordert, handelnd in Initiativen und Arbeitskreisen Verantwortung füreine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung zu übernehmen. Die entwicklungspolitische Arbeit, sowie die Arbeit an Schulen bildet dabei einen der Schwerpunkte.

Svenja Prescha, Eva Meessen, Aferdita Berishaj, Nina Solop, Katharina Hewelt, Seda Karakas, Natascha Kitowski, Kerstin Kappler, Yasemin Gürbüz, Dennis Hartmann, Damian Lisowski, Martin Marquardt, Raimond Diano, Christian Hübertz, Christian Steffen, Christopher Lücking, Filiz Aslan Die Arbeitsgemeinschaft Ägypten der Gesamtschule Duisburg-Ruhrort versteht sich als Schüler-Lehrer-Gruppe, die lokal verantwortlich handeln will im Wissen um ungerechte Strukturen weltweit. In einem Runderlass des Inneministeriums NRW vom 30.12.1994 heißt es, dass kommunale Entwicklungsarbeit dazu beiträgt, „... die Ursachen für Armut, Unterentwicklung und Umweltzerstörung in den Ländern des Südens sichtbar zu machen, die nicht zuletzt auf den Lebensstil und den Konsumgewohnheiten der Menschen des Nordens beruhen.“ Die Arbeitsgemeinschaft Ägypten will dies beispielhaft praktizieren durch die Unterstützung eines konkreten Projektes in Ägypten. Die Ägypten-AG hat eine aktive Schulpartnerschaft zu einer Preperatory
 
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Lage in Ägypten
 
Eine Schulklasse beim Sportunterricht
Die Preperatory-School (Weiterführende Schule)
 
Abteilung Carpstraße, Klassen 5 bis 7
Unser Schulgebäude in Duisburg-Ruhrort

Was die AG-Ägypten will

·Blick über den eigenen Tellerrand hinaus

Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Lebensumstände Gleichaltriger und anderer Menschen in anderen Ländern und Kulturen. Sie interessieren sich dafür, erweitern ihren Horizont und können mit einer gewissen Distanz auf ihr eigenes Land und ihre eigene Kultur blicken. Das stärkt wiederum die eigene Identität und macht „Fremdem“ gegenüber tolerant.

·Soziales Engagement

Schülerinnen und Schüler lernen, nicht nur sich selbst in den Mittelpunkt ihrer Bedürfnisse zu setzen, sondern in der Unterstützung des anderen und besonders des Hilfsbedürftigen einen Wert zu sehen. Solidarität wird für sie zu einem Begriff, der den persönlichen Einsatz für benachteiligte Menschen meint. Die Schülerinnen und Schüler üben damit ihren Gerechtigkeitssinn und entwickeln Zivilcourage, wenn sie für die Rechte anderer mit Wort und Tat eintreten.

·Konkrete Hilfe benachteiligter Menschen

Deshalb hat die AG immer ein konkretes Projekt, das finanziell unterstützt wird, durch Bilder und Berichte detailliert vorgestellt wird, dessen gesellschaftliche Hintergründe beleuchtet werden und zu dem ein konkreter, partnerschaftlicher Kontakt hergestellt wird, bzw. besteht. Zur Zeit wird ein staatliches Schulzentrum in „Deir Gabal El Teir“, einem Ort in Mittelägypten unterstützt.

·Jugend leitet Jugend

Die Schülerinnen und Schüler sollen durch die Mitarbeit in der AG zunehmend angeleitet werden verantwortlich Aufgaben zu übernehmen. Einige, die sich dazu entschließen, sollen später zu Gruppenleitern ausgebildet werden, so dass sie selbst eine AG mit jüngeren Teilnehmern leiten können. Hierzu soll mit außerschulischen Trägern von Jugendarbeit zusammengearbeitet werden, damit ein Jugendleiterschein erworben werden kann.

 

Szenen aus dem Dorfleben

 

Fladenbrot wird selbst gebacken
Ein traditioneller Ofen. Gefeuert wird mit getrockneten Kuhfladen.
Zu Hause bei einer Familie des Ortes
Titelseite Alle Familienmitglieder sind versammelt.

Einfachste Verhältnisse in der Küche

Für verschiedene Verkaufsaktionen an unserer Schule haben wir uns Bauchläden gebaut. Dennis und Damian bei der Arbeit
Die Ägypten-AG trifft sich wöchentlich.
Regelmäßig erscheit ein solches Programmheft.
GroßeTransparente werden selbst gemalt.
Nina, Aferdita und Kathi bei der künstlerischen Arbeit
Gemeinsam mit der Kairo-Gruppe des Freiherr von Stein Gymnasiums in Oberhausen haben wir einen Aktionstag mit Straßensammlung und Kriminalspiel veranstaltet. 
So wird auf der Straße gesammelt: Mit Infoplakat und Sammelbüchse. Zur vergrößerten Ansicht bitte anklicken!        Straßensammlung beim Aktionstag in Oberhausen

Infos

Um Schüler, Lehrer und Eltern über uns und unsere Partnerschule in Ägypten zu informieren, haben wir eine Fotoausstellung hergestellt, die zu unterschiedlichen Anlässen gezeigt wird. Natürlich erweitern und aktualisieren wir diese ständig.

Geld

Um Geld für unsere Partnerschule zu bekommen machen wir regelmäßig Verkaufs- und Sammelaktionen:

  • Getränke, Kuchen und Brötchenverkauf an Elternsprechtagen
  • Selbstgebasteltes am Tag der offenen Tür verkaufen
  • Verkaufsstand auf dem Weihnachtsmarkt der Stadt Duisburg
  • Straßensammlung
Weitere Aktivitäten
  • wöchentliche Gruppentreffen
  • Sozialgruppenwochenende mit Jugendlichen anderer Schulgruppen
  • Ausstellungen zur Arbeit der AG
  • Ausstellungen zur Partnerschule in Ägypten
  • “Lassen Sie sich eine Woche lang verwöhnen!” Aktionswoche mit Brötchenverkauf an die Lehrer
  • Teilnahme am Weihnachtsmarkt
  • Teilnahme an Dritte Welt-Veranstaltungen in Duisburg

Sozialgruppenwochenende

Hallo, ihr erinnert Euch?

An einem Wochenende im Februar trafen sich Jugendliche aus verschiedenen Gruppen und Orten  im Naturfreundehaus in Leichlingen bei Köln. Sie taten alles, was manche Jugendliche auch heute noch gerne tun: Gemeinsam essen, trinken, quasseln, singen, rausgehen, Geländeaktionen, spielen und feiern...

All´ diese jungen Leute verbindet auch noch was anderes: Sie engagieren sich für andere: In ihrer Schule, ihrer Gemeinde, in Ägypten, Brasilien oder Rumänien. An diesem Wochenende ging es ihnen zwischendurch immer wieder um die Fragen:

 Wie leben Jugendliche in unserer Welt?

Sind wir reich, weil andere arm sind?

Was können wir tun?


Kinder dieser Welt

Arbeitsergebnisse aus den Gruppen

Die Teilnehmer bekommen von einem Moderator mündliche Informationen zu den Lebensumständen eines bestimmten Kindes. Dieses Kind lebt in einem Land der sogenannten Dritten Welt. Die Teilnehmer erhalten auch ein Foto des Kindes. Anschließend schreibt die Gruppe eine Geschichte des Kindes, über das Kind, vom Kind, ...

Strich

Arbeiten als Dienstmädchen

von Sabrina, Lisa, Sarah, Jaqueline, Sandra, Sarina

Ich heiße Pia und bin 8 Jahre alt. Als ich 5 Jahre war, mußte ich meiner älteren Schwester im Haushalt helfen. Nun bin ich an eine reiche Familie verkauft worden. Vor kurzen mußte ich alleine den Haushalt organisieren. Zur Schule bin ich nie gegangen. Bei dieser Familie bekomme ich manchmal für meine Arbeit ein wenig Geld. Meine Herrin ist sehr streng, manchmal schlägt sie mich mit ihrer Peitsche.

Die Herrin hat mich für zwei Laibe Brot gekauft. Das andere Dienstmädchen, welches schon länger hier ist, hat mir gesagt, daß der Herr kleine Mädchen besonders mag. Das habe ich selber gemerkt: Mein Herr hat mich in sein Zimmer bestellt. Hinter mir schloß er die Tür. Er faßte mich an Stellen an, an denen ich es nicht wollte. Ich habe mich aber nicht getraut, es ihm zu sagen.

 Mein Tagesablauf:

Um 5 Uhr muß ich aufstehen und das Frühstück für meine Herren machen. Danach bringe ich die Kinder meiner Herrin in die Schule. In der Zeit, wo die Kinder in der Schule sind putzen wir und machen das Mittagessen. Die restliche zeit des Tages verbringen wir mit Wäsche waschen. Meistens komme ich erst um 23 Uhr ins Bett. Am nächsten Morgen um 5 Uhr muß ich dann schon wieder aufstehen. Ich hoffe, daß sich das eines Tages ändern wird.


Teppichknüpfer 1

von Fabio, Anne, Martin, Christian, Dennis, Nele

Das ist Timbo, er erzählt uns etwas über sein Leben:

Ich sitze am Webstuhl und denke mal wieder darüber nach, wie ich hier her gekommen bin. Eines Tages sagten meine Eltern zu mir, daß ich für längere Zeit weg gehen würde. Kurz darauf stürmte ein Mann herein und nahm mich mit. Ich hatte furchtbare Angst, denn ich hätte nicht gedacht, daß es so schnell sein würde. Er brachte mich in einen kleinen Raum, in dem lauter Kinder vor Webstühlen saßen. Ich wurde neben einen Jungen gesetzt, von dem ich abschauen sollte, wie man Teppiche knüpft.

 Nach einem Jahr war meine Probezeit um.

Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vorher war: ich vermisse meine Eltern und meine Geschwister. Von den Wollfäden habe ich am ganzen Körper juckenden Ausschlagund dazu auch noch starken Hustenreiz. Ständig tut mir der Rücken weh, weil ich den ganzen Tag dieselbe Haltung habe. Je länger ich an einem Stück knüpfe, desto schlechter kann ich sehen.

 Ich muß mich bei der Arbeit stark konzentrieren, doch meist schaffe ich es nicht und dann werde ich geschlagen.

Schlaf ist ein Fremdwort für mich, denn ich muß 13, manchmal auch 14 Stunden am Tag arbeiten. Dafür bekomme ich fast keinen Lohn und kaum etwas zu essen. Wir werden ständig bewacht und Nachts eingesperrt, damit wir nicht weglaufen. Wir müssen auf dem nackten Boden schlafen.

Mein Sitznachbar versuchte gestern abzuhauen. Doch es gelang ihm nicht. Er wurde noch am selben Abend zurückgebracht. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, da ich seine schmerzvollen Schreie hörte. Heute Morgen konnte er sich kaum noch bewegen, weil er so furchtbar zugerichtet war.

 

Leben in einer Müllstadt

von Eva, Katharina, Ulrich, Arne

Das aufstehen bereitet Moustaffa heute Mühe. Sein Bein ist angeschwollen und schmerzt. Das kommt wahrscheinlich daher, daß er vorgestern in eine Scherbe getreten ist. Er hat heute einen schweren Tag vor sich, denn sein Vater beauftragt ihn Müll zu sammeln. Ärztliche Hilfe hat er nicht zu erwarten. So etwas gibt es in El-Dou, einer Müllstadt am Rande Kairos nicht. Einen Tag Pause kann er sich auch nicht erlauben, das Geld muß rein. Sonst kann er seine Familie heute nicht ernähren. Seit sein Vater erblindet ist, muß er mit seinen 15 und 17 jährigen Brüdern durch Kairo fahren und alles, was sie an brauchbarem Müll finden auf ihren Eselskarren transportieren. Nicht selten finden sie auch noch etwas Eßbares. Moustaffas Familie hat sich auf Papiersammeln spezialisiert. Sein Vater hat ihm erzählt, daß sie vor einigen Jahren aus einem Dorf am Nil südlich von Kairo mit viel Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben in die Metropole gezogen sind. Er wollte ihm und seinen Brüdern eine ordentliche Schulausbildung ermöglichen und neue Kleidung kaufen. Doch den Vater überkam die Blindheit und somit schwanden die Chancen auf einen Arbeitsplatz.

Heute leben sie also in der Müllstadt. Hier stinkt es bestialisch und neue Kleidung hat Moustaffa auch nicht., geschweige denn seine Schulausbildung. Bloß dieses schmerzende Bein...

Doch immerhin haben sie den Eselskarren, der ihnen bei ihrer täglichen Müllsammlung behilflich ist.

 Aber jetzt muß Moustaffa weiter arbeiten, damit sie den Händler nicht enttäuschen und viel Papier verkaufen können.

 

Teppichknüpfer2

von Nina, Aferdita, Svenja, Seda und Tina

Ein Junge namens Hira, 12 Jahre alt, wohnt in einem kleinen Dorf in Indien.

Seit ungefähr 7 Jahren arbeitet Hira in der Teppichknüpferei. Er hat nur sieben Stunden schlaf an einem Tag. Die Arbeitssituation ist auf Dauer sehr schlecht. Die Kinder sitzen eng aneinander vor den Webstühlen, so eng, daß sie sich kaum noch bewegen können. Die Teppichknüpferei ist sehr klein und stickig, nur durch ein Fenster kommt ein schmaler Lichtstreif herein. Dadurch, daß viele Flusen im Raum sind, wird der kleine Raum um so mehr stickig.

 Die Flusen setzen sich auf der Haut ab, so daß die Kinder einen sehr starken Juckreiz bekommen und sich wundkratzen. Die Moskitos zerstechen zusätzlich die Haut der Kinder.

 Hira weiß noch ganz genau, wie das alles anfing. Damals kamen Leute aus der Teppichknüpferei in das Dorf und versprachen den Leuten dort das blaue vom Himmel. Sie boten den verschuldeten Bauern Geld dafür an, daß sie ihre Kinder in die Teppichknüpferei schickten. Natürlich zögerten die Bauern nicht und schickten ihre Kinder unverzüglich zu der Teppichknüpferei, da sie das Geld dringend brauchten. Hira kannte jetzt die ganze Wahrheit über das Leben der Teppichknüpfer.

 Erschöpft lehnt Hira den Kopf gegen die Kettfäden, die wie eine weiße Wand wirken.

 Der Aufpasser sah Hira beim ausruhen. Schnell ging er zu Hira und peitschte ihn aus. Zusätzlich wurde ihm das Geld gekürzt. Hira wußte, daß das ein ganz normaler Arbeitstag für ihn war, und machte sich sofort an die Arbeit.


Der Straßenkinder-Kongress

Die Teilnehmer des Kongresses erhalten Material und Informationen, damit sie eine bestimmte Rolle übernehmen können und ihr Interesse vertreten...

 Polizeichef von Corrientes/ Argentinien

Ihr seid der Polizeichef mit seinen Beratern von Corrientens.

Ihr seid als Polizisten für die Sicherheit und Ordnung auf den Straßen verantwortlich.

Die Straßenkinder sind Euch schon lange ein Dorn im Auge, weil diese kriminell sind.

Ihr vertretet die Meinung, daß auffällige Kinder ins Gefängnis gehören.

Kinder müssen für Ihre Straftaten verurteilt werden wie Erwachsene.

Zeitungsartikel aus: Die Welt

Ihr Lebensweg ist vorhersehbar: Im Alter, da deutsche Kinder eingeschult werden, muß der Nachwuchs aus den Slums Argentiniens schon für die Familie schuften. Der Staat kümmert sich erst dann um die Mädchen und Jungen, wenn sie kriminell werden - indem er sie einsperrt.[...]

Corrientes - Sie fielen übereinander her wie junge Wölfe: Wer am härtesten zuschlagen konnte, der sollte im Revier das Sagen haben. Wie besinnungslos hämmerten die Fäuste, krallten sich die Jugendlichen ineinander; das Gesetz der Gangs duldet nur Härte. In jener Nacht zog Victor sein Messer und rammte es in den Bauch seines Feindes. Seither sitzt der 16jährige in Untersuchungshaft.[...]

Seine Zelle liegt im Gefängnistrakt eines Kommissariats der Provinzstadt Corrientes nahe der Grenze zu Paraguay. Laut Gesetz dürfte der Minderjährige so gar nicht untergebracht sein, genau so wenig wie die anderen Teenager, die hier einsitzen. Doch die Behörden scheinen froh zu sein, wenn sie straffällig gewordene Heranwachsende zügig hinter irgendwelche Gitter bringen können - offenbar ist das die einzige Antwort auf die zunehmende Jugendkriminalität. 30 Prozent aller Morde werden offiziellen Statistiken zufolge von Minderjährigen begangen.

Rund 2500 Straßenkinder soll es allein in der 370 000 Einwohner zählenden Provinzhauptstadt geben. Viele arbeiten hart, bessern den knappen Lebensunterhalt der Familien auf. In die Schule gehen nur die wenigsten regelmäßig.

Ricardo und seine Freunde treten jeden Tag auf dem Friedhof San Juan Bautista ihren zehnstündigen Arbeitstag an. Die "Stadt der Toten" nennen die Jugendlichen ihren Arbeitsplatz. Soweit das Auge reicht, schimmert weiß der Marmor. Mit bunten Wasserkanistern warten die Kinder und Jugendlichen auf Kundschaft, hoffen, daß sie für die Besucher das Wasser zum Blumengießen schleppen dürfen. Ihr Lohn: umgerechnet fünf bis zehn Pfennig. Die Trinkgelder fallen knapp aus in diesen Zeiten, da die Wirtschaft krankt. In Corrientes hat jeder fünfte keinen Job; etwa die Hälfte aller Bewohner leidet wirtschaftliche Not.[...]


Tourismusminister von Brasilien

Ihr seid der Tourismusminister mit seinen Beratern aus Brasilien.

Ihr wißt, daß über die Straßenkinderkonferenz in den Medien berichtet wird und da wollt ihr Euch als Freunde der Straßenkinder zeigen.

 Aber viele der großen Geschäftsleute Brasiliens finden, daß ihr die Straßenkinder auf keinen Fall unterstützen dürft. Sie befürchten, daß bald keine Touristen mehr kommen, wenn die Zahl der Straßenkinder weiter steigt.

Die schönen Seiten des Landes sollen herausgestellt werden von Euch. Vor allem auch der Aspekt, daß die Touristen Geld ins Land bringen.

Berücksichtigt bei Eurer Argumentation auch den folgenden Zeitungsartikel.

Frankfurter Rundschau vom 13. Februar 1996

Tanz im Elendsviertel

Bei 35 Grad im Schatten hat US-Popstar Michael Jackson am Sonntag auf dem Dach eines Hauses in einem Elendsviertel von Rio de Janeiro Szenen für den Videoclip "They don't care about us" (Sie kümmern sich nicht um uns) aufgenommen. Allerdings konnten nur die unmittelbaren Anwohner des Fußballplatzes, auf dem Jacksons Hubschrauber landete, sowie die Bewohner der Häuser in der Nähe des Drehorten dem Star beim Tanzen zusehen. Angesichts der rigiden Sicherheitsvorschriften in der Favela Dona Marta am Fuße des Corvocado-Berge waren viele der 12 000 Einwohner des Elendsviertels enttäuscht. "Wenn er die Leute aus der Favela nicht bei den Dreharbeiten zuschauen läßt, will ich nichts mehr von ihm wissen", kommentierten viele. Jackson war aus Salvador kommend in Rio eingetroffen und vom Flughafen in einem Hubschrauber zu einem Luxushotel am Copacabana-Strand geflogen. Bei dem Videoclip handelt es sich um eine Produktion über die Wohnverhältnisse der Armen in Metropolen. Das Projekt war an der Copacabana heftig umstritten. Die Stadtoberen fürchteten um den Ruf Rios und erwirkten ein zeitweiliges Drehverbot. Mit dem Videoclip beute Jackson fremdes Elend aus und schade dem Image von Rio de Janeiro weltweit, sagte Tourismusminister Ronaldo Coelho. Die Anwohner der Favela hoffen, daß mit dem Besuch Jacksons die öffentliche Aufmerksamkeit auf ihre schlechten Wohnverhältnisse gelenkt werde.

 

Straßenkinder aus Lateinamerika

Ihr seid die Abgeordneten der Straßenkinder in Lateinamerika.

Ihr fordert: “Alle Kinder in Lateinamerika haben Recht auf einen Schulplatz, auf Essen und ein Bett mit einem Dach über dem Kopf. Alle Kinder müssen als Menschen respektiert werden.”

Des weiteren fordert ihr mehr Schutz für die Kinder, die auf der Straße leben und arbeiten.

Um die Forderungen durchsetzen zu können, fordert ihr für die nationalen Straßenkinderorganisationen 1 Millionen $ im Jahr.

Berücksichtigt bei Eurer Argumentation den folgenden Zeitungsartikel:

Frankfurter Rundschau vom 20. September 1995

Todesschwadronen wüten weiter RIO DE JANEIRO (dpa/ap/gb). Immer mehr Straßenkinder werden in Rio de Janeiro Opfer sogenannter Todesschwadronen. Allein 1994 seien mehr als 1400 Minderjährige auf den Straßen umgebracht worden, meldete die Tageszeitung Jornal do Brasil unter Berufung auf die neueste Kriminalitätsstatistik. Die Behörden hätten gut ein Fünftel mehr Todesfälle registriert als 1993. Vor zwei Jahren waren bei dem "Massaker von La Candelaria" mitten im Finanzzentrum der Millionenmetropole acht Kinder brutal ermordet worden.

 Nach Angaben regierungsunabhängiger Menschenrechtsgruppen ist die Zahl der Opfer allerdings weitaus höher. "Viele Kinder verschwinden oder werden entführt und tauchen nie wieder auf", sagte eine Sprecherin. So seien vor vier Jahren elf Kinder einer Elendssiedlung am Stadtrand von Todesschwadronen entführt und seitdem nie wieder gesehen worden. In Kolumbien leben nach Angaben des Kinderhilfswerks terre des hommes von 14 Millionen Kindern und Jugendlichen heute 3,1 Millionen (22,4 Prozent) unter dem Existenzminimum. [...]

So sei in der Stadt Medellin die Hälfte der Arbeitslosen unter 30 Jahre alt. “Jugendliche müssen Gelegenheitsjobs annehmen, kämpfen auf der Straße um ihr Überleben oder verdingen sich als Auftragsmörder"; sagte die Vorsitzende. In den Armenvierteln der Stadt werde versucht, mit Kultur- und Bildungsprogrammen den Jugendlichen Alternativen zu Perspektivlosigkeit und Gewalt aufzuzeigen. Doch auch die Mitarbeiter dieser Projekte würden bei ihrem Einsatz behindert, eingeschüchtert oder gar mit dem Tod bedroht. [...]

 

Sozialarbeiter aus Lateinamerika

Ihr seid die Abgeordneten der Sozialarbeiter in Lateinamerika.

 Ihr fordert 1 Millionen US$, damit die nötigen Straßenkinderprojekte weiter finanziert werden können

Ihr erklärt Euch solidarisch mit den Forderungen der Straßenkinder.

Die Information in den Zeitungsartikeln sollen Euch bei der Argumentation helfen:

Verwahrlost, verjagt, vergessen

Straßenkinder in La Paz/ Bolivien: Opfer der Armut und der Kokainkartelle

Tausende Kinder leben auf den Straßen von La Paz, von Eltern verlassen, vergessen, verjagt. In Bolivien, dem ärmsten Land Südamerikas, ist die Not oft größer als die Fürsorge. [...]

Unter den sozialen Härten leiden vor allem die Kinder. Die Säuglingssterblickeit Boliviens ist mit 73 auf 1000 Geburten ohnehin hoch. "Hier bei uns sind es 86", sagt der Pater. In den Armenvierteln der Städte sind fünf Kinder pro Familie die Regel. [...]

Bereits heute leben 4000 Kinder auf den Straßen der 1,1 Millionen Einwohner zählenden Stadt. Ihre Eltern haben sie verjagt oder sitzen wie MarÞa Fernández im Gefängnis [ wegen unwissentlichem Kokainschmuggels für wenige Dollar Verdienst] und warten auf ihren Prozeß. "Die Anstalten sind hoffnungslos überfüllt, das Rechtssystem liegt am Boden", gibt Justizminister René Blattmann zu. Bis zum siebten Lebensjahr dürfen die Kinder bei der Mutter im Gefängnis bleiben. "Kaum daß sie ihren achten Geburtstag gefeiert haben, werden sie ihrem Schicksal überlassen. [...] Wer keine Verwandten hat, kommt ins Heim oder geht auf die Straße."

Dort schlagen sich die Kinder als Bettler, Schuhputzer, Zeitungs- oder Süßigkeitenverkäufer, Autowäscher oder Müllsammler durch. Prostitution gehört zum Alltag. "Liebe" ist bereits für einen Dollar käuflich, die Hälfte davon kassiert der Zuhälter.

 Frankfurter Rundschau vom 04. Juli 1995

Der Kampf gegen das Schnüffeln ist noch lange nicht gewonnen

 Klebstoffe, Farbverdünner und Benzin als Droge für Straßenkinder

 Jahrelang kämpften Kinderschutzorganigationen gegen das "Schnüffeln" von Klebstoff. Straßenkinder vor allem in den Großstädten der "Dritten Welt" [...] atmeten die giftigen Dämpfe lösungsmittelhaltiger Klebstoffe ein, um sich in einen Rausch zu versetzen. Aber auch mit der Umstellung auf lösungsmittelfreie Klebstoffe ist der Kampf gegen das Schnüffeln nicht gewonnen: "Die Straßenkinder nehmen dann andere Stoffe", berichtet Franz Hucklenbruch, Vorsitzender der "Casa Alianza - Kinderhilfe Guatemala".


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Außerschulische Kontakte/Öffnung von Schule

Die Ägypten-AG unterstützt ein Projekt, dessen Träger in Deutschland die Arbeitsgemeinschaft für Jugendarbeit AGJA-CVJM e.V. Bonn ist.

 

Zu folgenden Schulen besteht Kontakt:

Teilnahme an einem Sozialgruppenwochenende(Veranstalter: AGJA-CVJM e.V.)vom 11.-13.2.2000 in Leichlingen im Naturfreundehaus mit Schülerinnen und Schülern von 5 verschiedenen Schulen zum Thema: „Wie leben Jugendliche in unserer Welt?“

Es wurde bereits Kontakt mit der Informationsstelle Dritte Welt des ev. Kirchenkreises Duisburg-Süd aufgenommen.


Gesamtschule Duisburg Ruhrort
Schule der Sekundarstufen I und II 
Karlstr. 25
47119 Duisburg
fon (0203)8009760 - fax (0203)8009770
Arbeitsgemeinschaft für Jugendarbeit -   
AGJA-CVJM e.V.
Geschäftsstelle: Normannenstr.11    
Oberhausen
fon u. fax 0208 - 865755
Kerstin und Thomas Zander
 Dickelsbachstr. 22,
 47053 Duisburg
 fon und fax: (0203)6
 6 93 

 

 

 


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